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Tag 43 – Turnier zum Vierten

Heute ist mir noch einmal bewusst geworden, dass ein perfekter Tag nicht unbedingt mit einer goldenen – oder in meinem englischen Fall mit einer roten – Schleife enden muss. Eine orangefarben kann auch sehr zufrieden machen. Nach zwei Wochen turnierfrei war die Prüfung in Withington eine Aufbaurunde für Paul. Wie gewohnt absolvierte er eine souveräne Dressur. Zumindest gut genug, dass ich mir nach unserer Aufgabe einen coolen Spruch einfing. Frei übersetzt sagte der nachfolgende Reiter zu mir: „Du Arsch! Das war eine wirklich schöne Runde. Und wie soll ich jetzt reiten?“ Nachdem ich kurz irritiert war, an den britischen Humor muss man sich wirklich gewöhnen, musste ich doch sehr grinsen. Wenn das mal keine Anerkennung ist. Extra motiviert durch diese Aussage bereitete ich Paul auf das Springen vor. Inzwischen haben wir unsere kleinen Rituale während eines Turniertages entwickelt. So auch zwischen den einzelnen Disziplinen. Ich werde das natürlich hier nicht verraten. Das ist Paul und mein Geheimnis. Jedenfalls spürte der Gute meine Motivation und setzte das am Sprung super um. Er wollte einfach keinen Fehler machen. Einzig sein Reiter hinderte ihn an einer Nullfehler-Runde. Am letzten Sprung war ich nicht ganz auf der Höhe, deswegen reichte die Weite am Oxer nicht. Ganz leicht, nur mit der Zehe, berührte Paul die hintere Stange. Leider lösten die Sicherheitsauflagen direkt aus und der Fehler war da. Sehr ärgerlich! Aber nicht mehr zu ändern. Deswegen sprang Paul nicht weniger gut.

Mit Bill ins Analysegespräch vertieft

Mit Bill ins Analysegespräch vertieft

Wie schon bei den anderen Turnieren sind Bill und ich das Gelände gemeinsam abgegangen. Seine Tipps sind wirklich hilfreich und seine Sichtweise, wie man sicher und überlegt durch einen Cross reitet, fasziniert mich. Obwohl wir null und unter der Zeit ins Ziel kamen, war Bill mit der Geländerunde bei meinem Sieg in Sapey nicht ganz zufrieden. Das wollte ich heute unbedingt ändern. Jeden Sprung bewusst anreiten, dem Pferd immer Selbstvertrauen geben, der Weg ist das Ziel. Hört sich alles so einfach an. Ist es aber nicht. In Withington ist mir so eine Runde trotzdem gelungen. Es war unterwegs einfach nur ein krasses Gefühl. Kein Zögern, kein unsicherer Moment. Und auch die vielen Menschen haben Paul nicht mehr so abgelenkt, wie noch in der vergangenen Saison. Die zehn Sekunden über der Zeit machen da nichts. Mein Greenhorn soll fit und selbstbewusst sein, wenn wir in Houghten an den Start gehen. Dafür sind wir definitiv in die richtige Richtung unterwegs. Außerdem ist ein Endergebnis von 34,6 Miesen immer noch ordentlich. Jetzt haben Paul und ich in Aston le Walls und Houghten noch zwei große Aufgaben vor der Brust. Ich freu mich schon jetzt sehr darauf.

Cheers,

Jörn